Ich bin anders als du – ein bewegter Tag in der Grundschule Bennert in Leichlingen

28. September 2019

Der „ganz normale Tag“ der Weik-Stiftung ist anders, aber trotzdem gleich.

Leichlingen (jste). „Ich bin anders als du anders als er anders als sie …“, aus den Kehlen von 148 Schüler/innen der Gemeinschaftsgrundschule Bennert in Leichlingen erklingt das Lied vom Anderssein. „Heute ist es anders, aber trotzdem gleich … wir haben heute Gäste der Weik-Stiftung, die euch zeigen, wie das ist, wenn man nicht so gut laufen kann, nicht sehen oder nicht hören kann“, sagt Schulleiterin Christa Rosenberger zur Begrüßung. Der „ganz normale Tag“ dient dazu, die Kinder sensibel zu machen für Mitmenschen, die mit Einschränkungen leben müssen und trotzdem ihren Alltag meistern.

Die GGS Bennert ist eine eher dörfliche Schule, in der aber mit ganz modernen Methoden gelernt wird. Lehrerin Yvonne Knott erzählt: „Wir haben sechs altersgemischte Klassen der Stufen 1 bis 4. Die Kinder lernen Selbständigkeit, Eigenständigkeit und Hilfsbereitschaft. Wenn man in diesem Lernsystem einmal drin ist, macht die Arbeit unheimlich Spaß. Es ist „schön anstrengend“, ich bin hier super zufrieden.“ Die soziale Kompetenz zeigt sich auch bei der Rollstuhl-Schülerin Carla, es sind immer genügend Mitschüler da, die den Rollstuhl schieben, sie unterstützen. „Sieben Vollzeit- und vier Teilzeitpädagogen halten den Lernbetrieb am Laufen, 33 Erstklässler hatten wir dieses Jahr, wir haben eine Big Band und viele AG’s wie z.B. Zeitung machen, Kochen, Garten oder Origami“, berichtet Rosenberger. Es gebe eine Weihnachtsbasar, ein Zirkusprojekt, das Schulfest hatte das Thema „Die Römer“. „Unser sehr aktiver Schulverein hilft auch bei diesem Projekt; die Elternschaft hat das große Büfett heute gestiftet, wir sind wie eine große Familie.“

An vielen Stationen können sich die Kinder ausprobieren. Hildegard Wirtz demonstriert sicheres Fahren mit dem Rollstuhl: einsteigen, aussteigen, vorwärts und rückwärts, drehen, bremsen, den Rollstuhl vorn anheben, um eine Kante raufzufahren. Gehörlose Menschen bedienen sich der Gebärdensprache. Josef Groß hebt die Arme und bildet einen Halbkreis. „Das heißt Guten Morgen, als Zeichen der aufgehenden Sonne“, erklärt er und gebärdet dann die einzelnen Buchstaben. Der Mund spreche mit, auch der Gesichtsausdruck sei wichtig.

Als blinder Sozius auf dem Tandem mitfahren ist eine besondere Herausforderung. Trotz etwas Regen fahren die vier Tandempiloten ihre Runden auf dem Schulhof. Jedes Kind bekommt eine Schlafbrille umgebunden, und wer mitfährt, muss einen Helm aufsetzen. Die Kommentare danach lauten von cool und super (sehr oft) bis „ich dachte, ich flieg gleich runter“ oder „ein bisschen Angst kam auch mal auf“.  In der Regel strahlten die Gesichter.

Wilfried Schwarz betreut die Station „Laufen mit Gehhilfen“. „Die beiden Gehhilfen und ein Bein bilden ein standfestes Dreieck“, erzählt er und zeigt dann, wie man mit Gehhilfen Stufen überwindet, sich auf einen Stuhl oder eine Bank setzt und mit Abstützen einer Hand wieder aufsteht. Das Laufen mit dem Blindenstock – wobei man über den Boden hin und her wischt -  

Ist auch eine Übung wert. Und zwei blinde Frauen demonstrieren die Hilfen für blinde Menschen und erklären die Braille- oder Blindenschrift. Mit „Herzlichen Dank“ an das Team beschließt Rosenberger diesen bewegten Tag. Projektleiterin Regina Lindner-Kaupp übergibt eine Spende an den Schulverein – pro Schüler gibt es von der Weik-Stiftung immer 5 €.

Auch die einheitlichen T-Shirts hat die Weik-Stiftung gespendet.

Grundschule Bennert - das Land der Blaukarierten und Buntgemischten 27. September 2015

Auch die Schule in Leichlingen erlebte den „ganz normalen Tag“.

Langenfeld/Leichlingen (jste). Es ist nicht mehr überraschend, dass sich der "ganz normale Tag" der Elisabeth & Bernhard Weik-Stiftung immer mehr herumspricht. Lehrer und Kollegien erzählen einander, was für eine großartige Idee dies ist. Und so kommen auch immer mehr Anfragen von außerhalb, nachdem Langenfeld gut abgedeckt ist. Auch wenn das ehrenamtliche Team der Weik-Stiftung nicht überall präsent sein kann, freut man sich über den großen Erfolg.

Der „ganz normale Tag“ in der Grundschule Bennert in Leichlingen begann mit dem „Lied der Blaukarierten“, das von den Unterschieden der Menschen erzählt. Nicht nur äußerlich unterscheiden sich Kinder einer Schule voneinander. Auch sonst kann der eine dieses oder jenes gut oder weniger gut. Damit niemand wegen seiner Unzulänglichkeiten geärgert oder gehänselt wird, veranstaltet die Elisabeth & Bernhard Weik-Stiftung in  den Grundschulen den „ganz normalen Tag“. Normal ist, unterschiedliche Stärken und Handicaps zu haben, und für Letztere sollen die Schulkinder spielerisch sensibilisiert werden. Ein Sportler der Paralympics, der mit acht Jahren ein Bein verloren hatte, erzählte Bernhard Weik in einem Interview: „Das Schlimmste war nicht, dass ich nur noch ein Bein hatte, sondern die dauernden Hänseleien der anderen Kinder, weil ich nicht mehr alles mitmachen konnte.“ Für andere Menschen ist es normal, sich mit Gehhilfen oder im Rollstuhl zu bewegen, mit den Füßen zu greifen, blind oder gehörlos zu sein.

Wolfgang Krafft und Manfred Glasmacher sind blind. Sie gehören zum cSc-Team für den „ganz normalen Tag“. Krafft rollt einen Ball, der innendrin Glocken hat und deshalb beim Bewegen zu hören ist. So können ihn blinde Menschen einander zurollen. Er zeigt ein Buch und eine Zeitschrift in Blinden-(Braille-)schrift und liest dann eine kurze Geschichte vor. Glasmacher schreibt die Namen der Kinder mit der Blindenschreibmaschine, zeigt ihnen, wie er Münzen und Geldscheine erkennt, mit dem Zollstock messen kann, wie ein Farberkennungsgerät funktioniert und eine „sprechende“ Uhr. Spielkarten können genauso gefühlt werden wie Steine bei Mühle + Dame und beim Schach. An vielen Stationen erfahren die Kinder, wie man mit Einschränkungen „normal“ leben kann, beim Fahren mit dem Rollstuhl, beim Laufen und Treppen steigen mit Gehhilfen, bei der Verständigung mit der der Gebärdensprache für Gehörlose, spüren Übergewicht mit Gewichtswesten und –manschetten, fahren als „Blinde“ auf dem Rad-Tandem und balancieren mit verbundenen Augen und dem Blindenstock.

„Wir haben 142 Schüler, wenn alle da sind, und unterrichten sie in sechs Lerngruppen von jeweils 23-25 Kindern, in denen immer alle vier Grundschul-Jahrgänge vertreten sind“, erzählt Schulleiterin Christa Rosenberger. „Sie kennen das doch sicher von früher, als in Dorfschulen alle Kinder in einem Klassenraum waren.“ Diese Unterrichtsart erfordere sehr engagierte Kolleginnen. 1997 habe man bei ihrer Vorgängerin mit jeweils zwei Jahrgängen begonnen und dann sei das allmählich gewachsen und habe sich als Konzeption für die ganze Schule entwickelt.

Jährlich kämen ca. 35-40 neue Kinder in die Schule. Dieses Jahr sei Carla (6) dazugekommen. Sie sitzt im Rollstuhl und wird von Mitschülern und Lehrerinnen liebevoll unterstützt. „Ihre Geschwister waren hier, und sie ist gut integriert“, sagt Rosenberger.

Die Schule ist naturnah, hat einen „Naschgarten“. Es gibt eine Big Band im Aufbau mit E-Gitarren und Bässen und viele sportliche Aktivitäten. „Schulverein und Eltern unterstützen uns in allen Belangen, wir sind eine große Gemeinschaft“, betont die Schulleiterin. Für den „ganz normalen Tag“ haben sich spontan 25 Eltern als Helfer an den von den ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen der Weik-Stiftung betriebenen Stationen gemeldet, und alle Eltern hatten ein sehr großes und vielseitiges Büfett gespendet.

Grundschule Bennert - das Land der Blaukarierten und Buntgemischten

Die Schule in Leichlingen erlebte den „ganz normalen Tag“.

Leichlingen/Langenfeld (jste). Der „ganz normale Tag“ in der Grundschule Bennert in Leichlingen begann mit dem „Lied der Blaukarierten“, das von den Unterschieden der Menschen erzählt. Nicht nur äußerlich unterscheiden sich Kinder einer Schule voneinander. Auch sonst kann der eine dieses oder jenes gut oder weniger gut. Damit niemand wegen seiner Unzulänglichkeiten geärgert oder gehänselt wird, veranstaltet die Elisabeth & Bernhard Weik-Stiftung in  den Grundschulen den „ganz normalen Tag“. Normal ist, unterschiedliche Stärken und Handicaps zu haben, und für Letztere sollen die Schulkinder spielerisch sensibilisiert werden. Ein Sportler der Paralympics, der mit acht Jahren ein Bein verloren hatte, erzählte Bernhard Weik in einem Interview: „Das Schlimmste war nicht, dass ich nur noch ein Bein hatte, sondern die dauernden Hänseleien der anderen Kinder, weil ich nicht mehr alles mitmachen konnte.“ Für andere Menschen ist es normal, sich mit Gehhilfen oder im Rollstuhl zu bewegen, mit den Füßen zu greifen, blind oder gehörlos zu sein.

Wolfgang Krafft und Manfred Glasmacher sind blind. Sie gehören zum cSc-Team für den „ganz normalen Tag“. Krafft rollt einen Ball, der innendrin Glocken hat und deshalb beim Bewegen zu hören ist. So können ihn blinde Menschen einander zurollen. Er zeigt ein Buch und eine Zeitschrift in Blinden-(Braille-)schrift und liest dann eine kurze Geschichte vor. Glasmacher schreibt die Namen der Kinder mit der Blindenschreibmaschine, zeigt ihnen, wie er Münzen und Geldscheine erkennt, mit dem Zollstock messen kann, wie ein Farberkennungsgerät funktioniert und eine „sprechende“ Uhr. Spielkarten können genauso gefühlt werden wie Steine bei Mühle + Dame und beim Schach. An vielen Stationen erfahren die Kinder, wie man mit Einschränkungen „normal“ leben kann, beim Fahren mit dem Rollstuhl, beim Laufen und Treppen steigen mit Gehhilfen, bei der Verständigung mit der der Gebärdensprache für Gehörlose, spüren Übergewicht mit Gewichtswesten und –manschetten, fahren als „Blinde“ auf dem Rad-Tandem und balancieren mit verbundenen Augen und dem Blindenstock.

„Wir haben 142 Schüler, wenn alle da sind, und unterrichten sie in sechs Lerngruppen von jeweils 23-25 Kindern, in denen immer alle vier Grundschul-Jahrgänge vertreten sind“, erzählt Schulleiterin Christa Rosenberger. „Sie kennen das doch sicher von früher, als in Dorfschulen alle Kinder in einem Klassenraum waren.“ Diese Unterrichtsart erfordere sehr engagierte Kolleginnen. 1997 habe man bei ihrer Vorgängerin mit jeweils zwei Jahrgängen begonnen und dann sei das allmählich gewachsen und habe sich als Konzeption für die ganze Schule entwickelt.

Jährlich kämen ca. 35-40 neue Kinder in die Schule. Dieses Jahr sei Carla (6) dazugekommen. Sie sitzt im Rollstuhl und wird von Mitschülern und Lehrerinnen liebevoll unterstützt. „Ihre Geschwister waren hier, und sie ist gut integriert“, sagt Rosenberger.

Die Schule ist naturnah, hat einen „Naschgarten“. Es gibt eine Big Band im Aufbau mit E-Gitarren und Bässen und viele sportliche Aktivitäten. „Schulverein und Eltern unterstützen uns in allen Belangen, wir sind eine große Gemeinschaft“, betont die Schulleiterin. Für den „ganz normalen Tag“ haben sich spontan 25 Eltern als Helfer an den von den Mitarbeiterinnen der Weik-Stiftung betriebenen Stationen gemeldet, und alle Eltern hatten ein sehr großes und vielseitiges Büfett gespendet.