Grundschule Am Brückentor

Ein ganz normaler Tag

GGS Am Brückentor

Am 28.5.2014 fand, nunmehr zum 2. Male an unserer Schule, der "Ganz normale Tag" statt, der von der Bernhard & Elisabeth-Weik-Stiftung initiiert und organisiert wird.

An verschiedenen Stationen haben alle Kinder einen ganzen Schulvormittag die Gelegenheit, Einblicke in das Leben von Menschen mit verschiedensten Behinderungen und anderen körperlichen Einschränkungen zu erhalten. Ziel des Tages ist es, Empathie und Akzeptanz für Menschen mit Behinderungen zu entwickeln, indem die Einsicht angebahnt wird, dass niemand "normal" - und diese Tatsache ist völlig normal.

In einem Stationenlauf konnten die Kinder zahlreiche Eindrücke und Erfahrungen sammeln: Mit verdeckten Augen sollten sie mithilfe eines Blindenstockes einen Hindernisparcour durchgehen, sich blind auf einem Tandem sitzend fahren lassen, blind werfen und in Fühlkisten verschiedene Dinge ertasten. Zwei blinde Mensche zeigten ihre Hilfsmittel im Alltag und berichteten aus ihrem Leben mit einer Sehbehinderung. So wurde den Kindern auf verschiedene Weise deutlich, wie wichtig der Sinn "Sehen" ist und wie anders ein Leben sein muss, wenn man diese Fähigkeit nicht hat.

Eine Gebärdendolmetscherin gab uns spannende Einblicke in eine ganz andere Sprache, die mit ihrer Fülle an Gestik und Mimik die Kinder beeindruckte.

In einem Krückenlauf und beim Rollstuhlfahren in der Turnhalle erfuhren die Kinder, wie es sein könnte, eine Gehbehinderung zu haben, aber dennoch durch Hilfsmittel mobil bleiben zu können - auch wenn die Benutzung dieser Hilfsmittel sehr ungewohnt und daher für viele Kinder ziemlich anstrengend war.

Genauso ungewohnt ist es, auf seine Arme ganz oder zum Teil verzichten zu müssen. Dies stellten die Kinder während verschiedener Tätigkeiten wie Malen oder Schleifebinden fest, bei denen sie sich auf die Geschicklichkeit ihrer Füße verlassen mussten.

Auch übergewichtig zu sein kann eine Einschränkung in der körperlichen Beweglichkeit bedeuten, was die Kinder in einem Hindernislauf mit zusätzlich angehängten Gewichten deutlich spüren konnten.

Für Kinder wie Lehrerinnen war dies ein sehr eindrucksvoller Tag, der es uns ermöglichte, über "unseren Tellerrand hinauszuschauen" und viele Alltagsmomente einmal aus anderen Perspektiven zu erleben.

Wir denken immer noch und sicherlich immer wieder über diese Erfahrungen nach. Danke an alle Helferinnen und Helfer für diesen besonderen ganz normalen Tag!

Ein ganz normaler Tag (von Marlen, 3a)

Am 28.5.2014 hatten wir einen Weik-Tag. An diesem Tag durften wir ausprobieren wie es ist, eine Behinderung zu haben. Zum Beispiel konnten wir mit dem Rollstuhl fahren und mit diesem am Ende ein Spiel spielen. Wir durften auch Tandem fahren: dabei hatten wir eine Schlafbrille auf, damit wir wissen wie es ist, blind auf einem Fahrrad zu fahren.

Am Morgen haben auch Mütter von den Kindern Obst und Gemüse geschnitten, damit die Kinder was essen können. Mit Krücken durften wir laufen und damit die Treppe rauf und runter gehen. Beim Heruntergehen hatte man ein bisschen Angst, dass man fällt, aber zum Glück hat eine Frau uns das Krückenlaufen gezeigt. Wir waren auch bei einem blinden Mann. Der hatte eine Schreibmaschine für Blinde, die aber nur 7 Tasten hat. Der Herr war sehr nett und hat unseren Namen in Blindenschrift geschrieben.

Ein ganz normaler Tag am 17. Mai 2011

Herr Weik an der Obstbar
Die "blinden" Tandemfahrer
Herr Weik begrüßt die Schüler

Text von Jürgen Steinbrücker

Der "ganz normale Tag" für zwei Schulen
Der „ganz normale Tag“ der Elisabeth & Bernhard Weik-Stiftung in den Langenfelder Grundschulen zur Sensibilisierung der Kinder für Menschen mit einem Handicap ging mit der Brüder-Grimm-Schule bereits in die zweite Runde. Gefehlt hatte bisher nur die Städt. Gemeinschaftsgrundschule Am Brückentor. Am 17. Mai wurde der „ganz normale Tag“ nun auch dort veranstaltet. Zu Gast war außerdem das 4. Schuljahr der kath. Grundschule Don Bosco. "Damit auch dieser Jahrgang in den Genuss dieser wichtigen Veranstaltung kommt, bevor er die Schule verlässt, ließen wir diese Kinder mit dem Bus in die Schule Am Brückentor bringen“, berichtet Bernhard Weik. Zu den ca. 180 Kindern der Schule Am Brückentor kamen somit rund 60 Schüler/innen der kath. Grundschule Don Bosco hinzu. Nun konnten die Schülerinnen und Schüler beider Grundschulen ausprobieren, wie es ist, nichts zu sehen, auf Gehhilfen angewiesen zu sein, sich im Rollstuhl bewegen zu müssen und vieles mehr. Und sie lernten, welche Hilfsmittel blinde und stark sehbehinderte Menschen zur Verfügung haben oder wie sich gehörlose Menschen mit der Gebärdensprache verständigen können.
„Bisher erreichte unser cSc-Team mit dem ganz normalen Tag 2.379 Grundschulkinder“, hatte Weik ausgerechnet. Alle vier Jahre sollte nach den Vorstellungen des Stifters und Organisators Bernhard Weik das cSc-Team die einzelnen Grundschulen besuchen, „damit keine Schüler ausgelassen werden“.

Rekordverdächtig
An diesem "ganz normalen" Tag fuhren die vier ADFC-Tandempiloten Herbert Jakubiak, Christian Doll, Karl Markofsky und Jo Ruppel insgesamt 240 Schüler/innen der Brückentor- und Don Bosco Grundschule eine Runde auf dem Tandem. Die Schüler/innen wollten probieren, wie es sich auf dem Tandem als „Blinder“ anfühlt und hatten deshalb eine Augenmaske. Herbert Jakubiak hatte die Strecke mit 800 m angegeben, so dass insgesamt 192 km zusammen kamen, für jeden der Tandempiloten waren dies 48 km im Kurzstreckenverkehr.
Auch bei diesem „ganz normalen Tag“, der Sensibilisierung von Schulkindern für Menschen mit Handicap, spendete Siegfried Schultk mit seinem Obst- und Gemüsehandel erneut die nötige Vitaminzufuhr für die Kinder. 15 kg Äpfel, 75 Mandarinen, 75 Bananen, 15 Gurken, 24 Kohlrabi und 6 kg Karotten wurden von Helfern klein geschnitten, um zwischendurch verzehrt zu werden.

Bericht und Brückentorlied

eine Runde auf dem Tandem
Rollstuhlfahren in der Turnhalle
Herr Glasmacher hat viel zu erklären

Bericht von Sarah Albrecht, Klasse 3/4c

Heute war Her Weik mit seinem Verein für Behinderte in unserer Schule. Außer unserer Schule hat er, sein Verein und helfende Eltern auch zwei Klassen von einer anderen Schule gezeigt, wie es ist, geh- oder sehbehindert zu sein und dass man Behinderten lieber helfen soll, statt sie zu hänseln, ärgern oder auszulachen.
Wir Kinder und einige Lehrer konnten mit Hilfe von verschiedenen Stationen und Behinderten sehen und fühlen, wie schwer es ist, mit einer Behinderung zu leben. Bei den Stationen für Sehbehinderte sollten wir Kinder uns mit Helm und verbundenen Augen hinten auf ein Tandem setzen. Vorne saß einer vom Verein und fuhr mit dem Kind oder einer Lehrerin eine große Runde auf der Straße. Das war komisch und ungewohnt, weil man nicht sah, wo man hin fuhr. Es waren aber auch noch Stationen da, wo man gehen, fühlen, ertasten, hören oder werfen musste. Alles mit Augenbinden, also blind. Auch eine blinde Frau und ein blinder Mann waren dort. Sie haben uns viel erklärt, wie man als Blinder im Alltag zurechtkommt. Wir haben auch unseren Namen in Blindenschrift bekommen. Die Beiden haben uns auch eine Geschichte in Blindenschrift vorgelesen.Die Uhr von der blinden Frau und vom blinden Mann hat auf Knopfdruck die aktuelle Uhrzeit gesagt. Das gleiche mit dem Handy. Es sagte immer, wer zuletzt angerufen hat oder welche Taste man drückt. Das fand ich cool. Kommen wir nun zu den Stationen für Gehbehinderte. Die waren in der Turnhalle. Dort haben wir gelernt, mit Gehhilfen Treppen rauf und runter zu gehen, uns hinzusetzen und mit einem Rollstuhl zu fahren. Das war schwerer, als man denkt. An einer Station haben wir gelernt, mit den Füßen zu schreiben, werfen und Knoten in Seile zu machen. An einer Station bekamen wir an Fuß- und Handgelenken Sandsäcke gebunden, und wir sollten eine Weste mit Sand gefüllt anziehen und einen Parcours laufen. Hier sollten wir erleben, als Übergewichtiger zu leben. Herr Weik spendierte uns Kindern aber auch noch ein reichhaltiges Buffet. Das war ein erlebnisreicher Tag.

Brückentorlied
Unsere Hände sollen eine starke Brücke sein,
haltet fest die Hände und sie stürzt nicht ein-
Wenn auch Stürme weh’n, uns kann wirklich nichts gescheh’n,
wenn wir Hand in Hand zusammen steh’n.
Deine Hand ist breit, meine Hand ist schmal,
deine Hand ist anders, wie ist doch egal.
Deine Hand ist schwarz, meine Hand ist hell.
Warum wir die Hände geben, merken wir ganz schnell.
Unsere Hände sollen eine starke Brücke sein,
haltet fest die Hände und sie stürzt nicht ein-
Wenn auch Stürme weh’n, uns kann wirklich nichts gescheh’n,
wenn wir Hand in Hand zusammen steh’n.
Hand in Hand zu steh’n, ist für uns ein Glück.
Drückst du mir die Hände, drück´ ich gleich zurück.
Steh’n wir Hand in Hand, egal, wie du auch heißt,
verbindet uns ein festes Band, das niemals mehr zerreißt.
Unsere Hände sollen eine starke Brücke sein,
haltet fest die Hände und sie stürzt nicht ein-
Wenn auch Stürme weh’n, uns kann wirklich nichts gescheh’n,
wenn wir Hand in Hand zusammen steh’n.
Jeder wird zum Stein der die Brücke hält,
so führt die starke Brücke von dir bis in die Welt.
Keiner ist zu schwach, keiner ist zu klein,
für unsre Brücke wird ein jeder grade richtig sein
Unsere Hände sollen eine starke Brücke sein,
haltet fest die Hände und sie stürzt nicht ein-
Wenn auch Stürme weh’n, uns kann wirklich nichts gescheh’n,
wenn wir Hand in Hand zusammen steh’n.