GGS Sontumer Velbert

Ein ganz normaler Tag am 7. Mai 2010

Hier schmeckt's allen Kindern
Fleißige Helfer bereiten den Imbiss vor
Herr Kraft vor der Klasse

Text von Katrin Heuer

Mit dem Lied "Im Land der Buntgemischten sind alle buntgemischt!" startete der Projekttag „Ein ganz normaler Tag“ unter dem vielversprechenden Motto „gemeinsam rollt’s“ und setzte Schüler, Lehrer und Eltern der Grundschule Sontumer Straße, Velbert, in Bewegung. Dass „Normalsein“ eigentlich gar nicht so normal ist, wissen die Kinder in unserer Schule schon seit ihrem ersten Schultag. Denn bei uns leben und lernen behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam im integrativen Unterricht. Aber wie genau es sich eigentlich anfühlt, wenn man blind ist oder im Rollstuhl sitzt, das wollten wir im Rahmen unseres Projekttages erfahren.
Mit der großartigen Unterstützung der Elisabeth & Bernhard Weik-Stiftung und zahlreichen freiwilligen Helfern wurde die Schule einen ganzen Tag lang in einen Erlebnisparcour verwandelt. Wie komme ich mit Krücken eine Treppe rauf? Woher weiß ein blinder Mensch wie spät es ist? Können Rollstühle auch rückwärts fahren? Diese und andere Fragen rund ums „Nichtnormalsein“ konnten an verschiedenen Stationen erfahren und so aus eigener Praxis beantwortet werden. Wie wichtig fremde Hilfe sein kann, ließ viele Kinder staunen: „Der Heiko hat meine Hand losgelassen und da wusste ich nicht mehr wo ich bin“, erzählte ein verblüffter Erstklässler nach dem Hindernisklettern im Dunkeln. Trotz des vielfältigen Angebots waren sich aber alle schnell einig: Als absolute Höhepunkte des Projekttages begeisterten uns ganz besonders der Rollstuhlparcour und das Tandemfahren.
Auch wenn es auf Grund der sehr beengten räumlichen Verhältnisse in unserem renovierungsbedürftigen Schulgebäude schwierig war, beide Attraktionen unterzubringen, ließen wir es uns nicht nehmen, den Kindern diese Erfahrungen zu ermöglichen. Dem schlechten Wetter tapfer trotzend wurde das Tandemfahren in Ermangelung einer Aula auf den Schulhof verlegt, während der Rollstuhlparcour in einem unserer Kellerräume stattfand. Aber weder das schlechte Wetter noch der Platzmangel konnten uns den Spaß vermiesen. Unglaublich wissbegierig und mit vielen klugen Fragen machten unsere „ganz und gar nicht normalen“ Schüler den Projekttag zu einem außergewöhnlichen Erlebnis und bestätigen uns einmal mehr darin, dass unser Konzept des integrativen Unterrichts goldrichtig ist. Denn es ist tatsächlich so: „Wenn sich im Land der Buntgemischten alle die Hände reichen - dann rollt’s!“

... und an jeder Station halfen Eltern, ohne die dieser erlebnisreiche Projekttag so nicht möglich gewesen wäre.

Viele fleißige Helferinnen bereiteten zudem Äpfel, Birnen, Gurken und Möhren für die Obstbar vor. Herzlichen Dank an Familie Isik für das leckere Obst.

Auszüge aus Texten der Kinder der Klasse 3a

Mann muss mutig sein, blind Tandem zu fahren
Herr Kraft hat viele beeindruckt
Mit den Füßen zeichnen ist eine Herausforderung

Am Freitag fand in unserer Schule der Projekttag: „Ein ganz normaler Tag“statt. Wir hatten erfahren, wie es ist, behindert zu sein. Es gab verschiedene Stationen, die wir ausprobiert hatten. Dem blinden Mann an einer Station habe ich meinen Namen genannt und er hat ihn auf der Blindenschreibmaschine geschrieben. Es gab noch Tandem fahren, den Vertrauensparcours, dieGebärdensprache, das Rollstuhlfahren u.s.w. Mir hat der Vertrauensparcours am besten gefallen. Am Ende gab es Mittagessen für die Helfer.
Jan, Klasse 3

Ich habe gelernt, dass Blind sein gar nicht so einfach ist und dass man viele Sachen anders macht. Zum Beispiel fährt man wenn man blind ist nicht Fahrrad, sondern Tandem. Außerdem haben wir Gebärdensprache gelernt. Vielen Dank an die Tandemfahrer und für die T-Shirts.
Dominique, Klasse 3a

Mir hat die Station mit Herrn Kraft am besten gefallen. Weil er sich so gut auf seiner Schreibmaschine zurechtgefunden hat. Ich habe gelernt, dass Blinde eigentlich gut durch den Alltag kommen.
Johnny Klasse 3a

Mir hat das Tandem fahren am besten gefallen, weil man jemandem Vertrauenmusste, obwohl man das Gefühl hatte, herunter zu fallen. Ich habe gelernt, dass man Vertrauen haben muss und es auch Spiele für Blinde gibt.
Georgios S., Klasse 3a

Das Tandem fahren hat mir am besten gefallen, weil es lustig war und schön. Ich habe gelernt wie sich Schwerhörige unterhalten. Herr Kraft, der blinde Mann, hat mich am meisten beeindruckt. Was er so alles kann.
Viktor, Klasse 3a

Das Tandem fahren hat mir gut gefallen. Es war so komisch. Als der Mann mit mir um die Kurve gefahren ist, da hat es sich so angefühlt, als ob ich runter fallen würde.
Sude Klasse 3a

Man muss mutig sein, blind Tandem zu fahren!! Danke an die Tandemfahrer!
André Klasse 3a

Rondellgedichte von Kindern der Klasse 4a

Rollstuhlparcours in der Mensa
Der Vertrauensparcour von der Klasse 3a
mit verbundenen Augen und Blindenstock

Anderssein
Jeder Mensch ist anders.
Jeder Mensch kann etwas besser als der andere.
Jeder Mensch ist so wie er ist.
Jeder Mensch ist anders.
Wir haben alle Schwachstellen.
Jeder Mensch hat Stärken.
Jeder Mensch ist anders.
Jeder Mensch kann etwas besser als der andere.
Lucas, Klasse 4a

Anderssein
Du bist anders, ich bin anders, wir alle sind anders.
Jeder Mensch hat sich lieb.
Alle sind etwas Besonderes.
Du bist anders, ich bin anders, wir alle sind anders.
Wir haben unterschiedliche Gefühle.
Manche sind dick manche dünn.
Du bist anders, ich bin anders, wir alle sind anders.
Jeder Mensch hat sich lieb.
Ilayda, Klasse 4a

Anderssein
Jeder Mensch hat andere Gefühle.
Jeder Mensch sieht anders aus.
Wir alle sind einzigartig.
Jeder Mensch hat andere Gefühle.
Alle Menschen haben einen anderen Charakter.
Alle sind wunderbare, wertvolle Lebewesen.
Jeder Mensch sieht anders aus.
Jeder Mensch hat andere Gefühle.
Mark, Klasse 4a

Mit verbundenen Augen und dem Blindenstock wagten sich alle durch einumgestaltetes Klassenzimmer.

Der Vertrauensparcours wurde von den Kindern der Klasse 3a alleine entworfenund aufgebaut.

In der Mensa war es zwar etwas eng für die Rollstuhlfahrer, trotzdem konntejeder selbst mal ein paar Kurven drehen oder sich schieben lassen.